Kampf gegen Windmühlen – Informationsveranstaltung ProWind Husbäke 20.03.2026 zur geplanten Errichtung von sechs Windkraftanlagen

Am 20. März 2026 fand im Dorfgemeinschaftshaus in Husbäke eine Informationsveranstaltung der Firma ProWind zur Errichtung der sechs Windkraftanlagen auf dem Hogenset in Husbäke statt. Die Bekanntmachung dieser Veranstaltung erfolgte dürftig auf der Gemeindeseite und über einige Zeilen in der NWZ. Die Gemeinde hatte zugesagt, Einladungen an die direkten AnwohnerInnen des betroffenen Gebietes zu verschicken, dies ist nicht erfolgt.

Die Arbeiten an dem Projekt sollen demnächst beginnen, Vergrämungsmassnahmen vertreiben bereits die ansässige Tierwelt, Baumfällarbeiten sind in Planung. Die Husbäker Bevölkerung hat sich seit Bekanntwerden der Planungen der Windindustrie intensiv mit der Bebauung des Bodens am Hogenset durch die Energieanlagen beschäftigt. Das Ergebnis ihrer Expertise birgt viele Zweifel daran, ob die Errichtung und der Betrieb der Anlagen auf dem Untergrund sicher ist und der Eingriff nicht irreparable Schäden des Bodens und seine spätere Bearbeitung unmöglich macht.

Ca. 100 Interessierte besuchten die Veranstaltung – darunter auch einige Mitglieder des Rates und der Gemeindeverwaltung Edewecht, die Presse war anwesend. Das Format der Veranstaltung: Über den Zeitraum von drei Stunden konnten Interessierte an drei Tischen bei drei Mitarbeitenden der Firma Fragen stellen. Ein Format, dass Fragen nicht bündelt, eine Diskussion nicht zulässt – gewollt?

Die seitens der Verwaltung im laufenden Verfahren bereitgestellten Antragsunterlagen ließen bereits viele Fragen unbeantwortet. Fachkundig und ortskundig wurden daher nun Fragen zu Bauphase, Bau und Konstruktion der Energieanlagen gestellt – in der Hoffnung, dass die anwesenden „Experten“ zufriedenstellende Aussagen zu Anlagesicherheit oder Natur- und Anwohnerschutz machen könnten

Viele fachkundige Fragen von Anwohnenden – enttäuschende Antworten

Zum Umfang der tatsächlichen Bodenbewegungen, zur Anzahl der voraussichtlichen Anzahl der LKW- Fahrten in der Bauphase musste die Firma bereits im Bauantrag Angaben machen. Hier hatten die Husbäker bereits eine Anfrage an die Gemeinde gestellt, da sie die Angaben von ProWind zur Anzahl der LKW Bewegungen als viel zu gering berechnet haben – dies musste von der Firma dann nach oben korrigiert werden. Unklar ist von Seiten der Firma offenbar, wie die riesigen Teile der Rotoren und der Gondeln an den Hogenset transportiert werden sollen.

Auch die Frage nach den Fundamenten der Anlagen konnte nicht befriedigend beantwortet werden. Der ursprüngliche Bauantrag geht von (preisgünstigeren) Flachgründungen aus, obwohl ein erstes geotechnisches Gutachten dies als ungeeignet befunden hat. Nun werden doch wohl zunächst Bohrungen stattfinden, um dann diagonal Stützpfeiler in den Boden einzulassen, die den Anlagen Standfestigkeit geben sollen. Diese Konstruktion wird dann noch mehr Bodenaushub erfordern als im Antrag angegeben, die Menge an Beton, die gegossen werden muss erhöht sich beträchtlich. Genaueres will die Firma nicht preisgeben, auch das zugrunde liegende Bodengutachten soll ein Geheimnis bleiben.

Offen bleibt: Wiedervernässung und wohin mit dem Strom?

Geheimnisvoll bleibt auch wie ProWind sich denn eine Vernässung des Geländes bei durchsiebter Stauschicht vorstellt. Oder wie man sich nach Ende der Betriebszeit überhaupt noch eine Nutzung in einem von Betonfundamenten und Pfeilerresten verwüsteten Gelände vorstellen kann. Aber dann ist die Karawane ja schon weitergezogen !

Wie wird der erzeugte Strom abtransportiert ? Die Einspeisung soll im Umspannwerk im Gewerbegebiet in Edewecht erfolgen, in ca. drei Kilometer Entfernung. Dazu muss der Küstenkanal und auch die Vehne gequert werden. Der Küstenkanal als Bundeswasserstrasse soll mit einem Düker unterquert werden, eine Genehmigung hierfür liegt noch nicht vor.

Dies sind einige der Fragen, die nicht oder nur unbefriedigend beantwortet wurden. Für viele der Teilnehmenden war der Eindruck nach Ende der Veranstaltung, dass dies keine Beteiligung der Öffentlichkeit mit ehrlichen Argumenten war, sondern eher lästige Pflicht, ein PR-Feigenblatt. Die Firma ProWind will in Goldgräberstimmung hier ein Experiment für die Erstellung von Windkraftanlagen auf unsicherem Untergrund durchführen, der Hogenset als Freilandlabor– auf Kosten unserer Natur und des natürlichen Klimaschutzes ! 

„Der Schutz und die Wiederherstellung von Mooren sind unverzichtbare Bausteine im Kampf gegen den Klimawandel – und wir möchten diese wichtige Arbeit unterstützen.“ Homepage der Firma ProWind – Ohne Kommentar

Hilke Holthuis